Medizinische News
Lesenswertes
Vertrauen
6. Februar 2008
Ich (Nicole) habe heute mal ein bisschen im Netz gestöbert - Google Suchbegriff "Auslandshunde". Ich wollte einfach mal ganz bewusst sehen, wie sehr tatsächlich gegen die Vermittlung von Tieren aus dem Ausland vorgegangen wird und natürlich wurde ich fündig.
Da gibt es ellenlange und teils heftigste Diskussionen zwischen Besitzern von "Auslandshunden" und denen, die Auslandstierschutz generell ablehnen und dann auch sehr schnell sehr persönlich werden. Dann sind da verschiedene Züchter von Rassehunden, die mit ordentlichem Stammbaum teilweise an die 1.000 EUR kosten. Ausgerechnet von solchen Züchtern kommt der häufige Vorwurf, dass die Schutzgebühr den einzigen Zweck der Bereicherung habe. Dies erstaunt mich über alle Maßen, denn ich stamme selbst aus einer Familie, in der früher gezüchtet wurde. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch der Preis für einen "Stammbaum-Hund" kaum kostendeckend ist, wenn man mit ganzem Herzen dabei ist. Wie könnte die Schutzgebühr also je die Kosten für Futter, Medikamente, Operationen, Entwurmungen, Impfungen, Chipmarkierungen und Transport nicht nur decken, sondern gleichzeitig auch noch den Verein oder das Tierheim bereichern? Na ja... und schließlich gibt es noch die Webseiten von Tierschützern, die sich nach Kräften für die Tiere in unseren deutschen Tierheimen einsetzen. Man ist direkt geneigt, in Begeisterung auszubrechen, bis man zu dem Absatz über "Auslandstiere" kommt, wo der Auslandstierschutz in kleinste Fetzen gerissen wird. Diese Leute sind meist an unseriöse Organisationen geraten und haben tatsächlich teilweise schreckliche Erfahrungen machen müssen.
Als ich anfing, zu suchen, dachte ich, ich müsste wütend werden, wenn ich die Argumentationen gegen Auslandstierschutz lesen würde. Doch nun erkenne ich, es gibt nicht nur schwarz und weiß, für und wider: Erst gestern beschrieb mir eine völlig Fremde, die einen jungen Hund aus dem Ausland adoptierte, wie dieser sterbenskrank nach Deutschland kam und schließlich verstarb. Sie erzählte mir in kurzen und knappen Worten von ihrem Kampf um sein Überleben und anschließend bot sie uns ihre Unterstützung an - einfach so. Sie ist vorsichtig geworden, aber bereit, sich dem Auslandstierschutz wieder zu öffnen...
Irgendwo habe ich heute gelesen: "Auslandshunde - das ist wieder so ein typisch deutsches Wort!" Ich erinnere mich an diesen Satz, weil er mir aus der Seele gesprochen hat. Wir leben doch alle in der gleichen Welt, eine Welt die täglich globaler wird und uns alle angeht, beschäftigt und emotional bewegt. Ich stelle einfach mal ganz bewusst die sehr provokante Frage: Unterstützen Sie Kinder der 3. Welt? Wieso? Sie leben doch im Ausland… Ich denke, wir tun dies, weil wir uns der Verantwortung, die wir tragen, bewusst sind und weil wir mitfühlen. Wieso sollte dieses Mitgefühl nicht auch für die Tiere gelten? Natürlich wäre es schön, wenn es in Spanien endlich zu einem Umdenken käme - doch bis es soweit ist, ist der Auslandstierschutz von immens großer Bedeutung für alle Tierschützer, die sich in Spanien und auch in anderen Ländern dem täglichen Kampf gegen Ignoranz, Kälte und Gleichgültigkeit stellen.
Das Fazit meiner Suche ist so simpel: Auslandstierschutz ist Vertrauenssache. Ohne das Vertrauen möglicher Adoptanten können wir "einpacken" - doch wie erreichen wir dieses unendlich wertvolle Vertrauen? Ich denke, wir erreichen dies durch Offenheit, Ehrlichkeit, Erreichbarkeit und durch die Bereitschaft auf alle Fragen - auch Kritische - einzugehen. Diese Eigenschaften möchten wir uns auf die Fahne schreiben und somit werden wir auch in den Tierbeschreibungen nichts verschönern oder gar verheimlichen. Wir kämpfen um jede einzelne Seele, die in unsere Hände gegeben wurde. Wir geben kein Tier auf! Es würde gegen all unsere Prinzipien, Wünsche und Hoffnungen verstoßen, würden wir die Tiere "nur schnell vermitteln wollen", denn eine solche Vermittlung kann nur in Enttäuschung für Tier und Besitzer enden und wäre eine äußerst kurzfristige Sichtweise.
Claudios Botschaft
3. Dezember 2007
Ich habe diesen Brief von unserer Freundin Tina Hamp (Tierhilfe Verbindet) bekommen. Ich denke, es lohnt sich, ihn hier offen zu machen:
"Ich lernte Kater Claudio vor einigen Wochen kennen. Eigentlich sah ich zuerst nur sein Foto, das ihn in einer spanischen Perrera zeigte. Wir schrieben nach Spanien und ließen ihn und die anderen fünf Katzen auf den weiteren Fotos heraus holen, so dass sie nach Deutschland fliegen konnten. Als ich Claudio das erste Mal sah, schloss ich ihn fest in mein Herz. Kennen Sie das? Manchmal sieht man jemanden und weiß gleich, 'Hey, genau für jemanden wie Dich ist ganz viel Platz in meinem Herzen!' Er war der Typ, der jeden begrüßte mit einem Blick, der sagte: 'Hey, Du siehst nett aus, Du bist sicher mein Freund!' Ich sah aber auch, dass Claudio nicht gesund war, nach vielen Jahren Tierschutz erkennt man schnell, was sich für viele andere noch verbirgt. Wir ließen umgehend ein großes Blutbild machen, um Gewissheit zu bekommen. Leider hatte ich recht, ich hatte so sehr gehofft, mich zu irren... Ich erfuhr es, als ich gerade unterwegs war und unsere Tierärztin mich am Handy anrief. Ihre Stimme verhieß nichts Gutes und sie bestätigte meine Befürchtungen, dass Claudio FIP-positiv war. Da er bereits sehr dünn war und immer wieder hohes Fieber hatte, war die Frage, ob man sogleich einschläfern sollte. Aber ich konnte nicht, ich habe in diesem Jahr schon zu viele Tiere sterben sehen. Wir beschlossen, Claudio behandeln zu lassen, ich in dem eisernen Willen, um ihn zu kämpfen, meine Tierärztin in der Gewissheit, dass ich dies brauchte, obwohl wir beide wussten, dass es nur eine Frage der Zeit war. Aber Claudio schnurrte sehr viel, er schmuste und spielte, auch wenn er schnell müde wurde. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte er noch so viel Lebenswillen, dass ich seinen Willen einfach nicht in Frage stellen wollte und konnte.
Zwei Minuten nach diesem Telefonat rief eine der THV-Pflegestellenbetreuerinnen an und sagte, dass in einer unserer neuen Pflegestellen die beiden Pflegekatzen so schnell als möglich ausziehen müssten, denn beim Tierarztcheck waren ein paar Flöhe gefunden worden. Sicher, das ist nicht angenehm, aber alle unsere Pflegestellen werden vor der Aufnahme von Pfleglingen mündlich und schriftlich informiert, was auf einen zukommen kann - und in seltenen Fällen eben auch mal ein paar Flöhe. Die Katzen waren bei unserer Tierärztin dagegen sofort behandelt worden und somit inzwischen unschädlich gemacht. Aber sie mussten trotzdem weg, denn so hatte man sich das ja nicht vorgestellt. Während mir die Pflegestellenbetreuerin dies aufgeregt und entrüstet erzählt, hämmert es in meinem Kopf. WAS hatte man sich denn WIE vorgestellt? Die Leute hatten sich bei uns gemeldet, alle Informationen in persönlichen Gesprächen schriftlich und mündlich erhalten. Wir haben alles, was im schlimmsten Fall auf einen zukommen kann, angesprochen und es waren erwachsene Menschen, die sich dafür entschieden hatten. DAFÜR bedeutet in diesem Fall, sich im Tierschutz zu engagieren, Tiere aufzunehmen, die in Not sind, die oftmals durch die Hölle gehen mussten, Vielen ist weder Hunger, Durst, Kälte, Dreck oder Schläge fremd. Sie kommen in unsere Pflegestellen, damit wir sie oftmals mit diesem Schritt vor einem schlimmen Schicksal retten. Und besonders die Menschen, die sich im Tierschutz engagieren möchten, sollten sich über diese Aufgabe und Verantwortung bewusst sein. Es ist keine romantische Aufgabe und man bekommt auch keine Preise dafür. Tiere, weil ein inzwischen behandelter Flohbefall festgestellt wurde - was übrigens bei unseren eigenen Tieren jederzeit passieren kann, wenn sie keinen entsprechenden Schutz haben - wieder abzuschieben, ist ein Irrsinn.
Heute ist der 26. November und Claudio lebte vier Wochen bei mir. Er brauchte täglich Spritzen, eine immer laufende Wärmeplatte, mehrmals täglich Fieber messen und viel Zuwendung und Liebe. Ich hätte für diesen kleinen Zwerg alles getan, hätte ich damit sein Leben retten können. Ich habe dies alles für Claudio aufgeschrieben, denn sein Schicksal soll nicht umsonst gewesen sein. Claudio zeigte uns, dass wir manchmal für ein Tier kämpfen und nur für ein paar Wochen zu gewinnen scheinen. Für uns ein paar Wochen, für ein Tier hat es vielleicht das erste Mal im Leben einen Ort gegeben, wo es Liebe, Respekt und Würde erfahren hat. Sicher, man wünscht sich immer das Happy End, dass man ein tolles Zuhause findet und das Tier lange in seiner geliebten Familie lebt. Aber das gelingt nicht immer, manchmal ist die Zeit gegen uns...
Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich als Pflegestelle im Tierschutz engagieren zu wollen, überlegen Sie bitte gut. Ich möchte über niemanden richten, aber man sollte in der Lage sein, für ein Tier wirklich da zu sein, komme was wolle und sich ansonsten lieber dagegen entscheiden. Denn die Tiere brauchen endlich Respekt und die Begleitung verantwortungsbewusster Menschen, nicht das Gefühl, wieder nicht willkommen zu sein. Ich möchte Claudios Schicksal als Botschaft und als Erinnerung schicken, dass wir Menschen beim Treffen unserer Entscheidungen eine Verantwortung eingehen und die uns anvertrauten Schützlinge es so sehr brauchen, dass wir uns dessen bewusst sind und dies auch ausüben, egal welchen Weg wir mit einem Tier zu gehen haben.
Mach's gut, Claudio. In unseren Herzen wirst Du immer weiter leben, ich hätte alles für Dich getan, hätte es eine Chance gegeben, dass Du bleiben kannst.
Tina Hamp"
Tombola auf dem Herbstfest in Herrenhausen
17. September 2007
Liebe Tierfreunde,
wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Rosi Ohle (www.conchis-tierhilfe.de) bedanken, die in der Zeit vom 14. bis 16. September 2007 auf dem Herbstfestival (Dog-Days) in Herrenhausen bei Hannover fleißig Spenden für uns sammelte.
Mit viel Liebe, Mühe und Engagement hat sie einen Tierschutzinfostand und eine tolle Tombola zu Gunsten unseres kleinen Tierheims in Castellbisbal vorbereitet!
Sie bot jede Menge Infos über uns und über die unermüdliche Arbeit unseres Teams. Außerdem stellte sie die Tiere auch auf Fotos vor, die zur Zeit bei uns "wohnen".
Hier einige Impressionen:
Unser
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Vereinsnummer: 30114, CAT.
Kontakt: salvemanimals
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