Also, das ist unser Blastor! Er war etwa 6-7 Jahre alt, als wir ihn in Spanien abholten und wir wussten, dass er zuvor bereits Leishmaniose-positiv getestet wurde:
![]() Wir entschieden uns ganz bewusst dafür, einen älteren und kranken Hund bei uns aufzunehmen. Wir hatten zwei so wunderschöne Mädels, dass wir nun noch einen Hund suchten, bei dem die Wahrscheinlichkeit einer Vermittlung eher gering sein würde. Und da war er: Die ersten Fotos von ihm sahen schrecklich aus! Die Leishmaniose war ihm nur allzu deutlich anzusehen: Die Augen und die Nase waren doch arg in Mitleidenschaft gezogen und sein Blick war voller Traurigkeit! Noch heute kann man die hellen Flecken auf der Nase erkennen - ein letztes sichtbares Zeichen seiner Erkrankung! Nun lebt er seit beinahe zwei Jahren bei uns und wir werden von vielen vielen Menschen um diesen Traumhund beneidet! Er ist ein richtiger Charmeur und erobert alle Herzen im Sturm! Er war von Anfang an so lieb, als ob er dachte, wenn ich hier bleiben will, muss ich mich benehmen! Er war sogar von Anfang an stubenrein, was mich doch sehr positiv überraschte. Ich denke, er hat ein wirklich schönes Leben geführt, bevor er aus heute leider nicht mehr nachvollziehbaren Gründen im Tierheim landete. Wahrscheinlich war er viel mit kleinen Kindern zusammen, da er Kinder unheimlich liebt und sogar heult und junkt, wenn er kleine Kinder im Fernsehen weinen hört! Wenn er sich unbeobachtet fühlt, habe ich den Eindruck, als sei er unendlich traurig - doch wenn man sich mit ihm beschäftigt, ist er die absolute Verkörperung von Glück, Freude und Ausgelassenheit. So ist das wohl, wenn man einen älteren Hund adoptiert: Er ist geprägt von seinem früheren Leben, welches ein Schönes oder ein ganz Furchtbares gewesen sein kann. Wahrscheinlich muss man sich auch damit abfinden, dass man nicht so viel Zeit mit dem geliebten Tier verbringen darf, wie es bei einem Welpen der Fall wäre. Würde mich das davon abhalten, noch mal ein älteres Tier aufzunehmen? Nein, auf gar keinen Fall! Welche Erfahrungen haben wir nun in den vergangenen Jahren mit seiner Leishmaniose gemacht? Ich denke, ich brauche hier nicht mehr zu erklären, was Leishmaniose ist, wie sie übertragen wird und was man dagegen tun kann. Dafür gibt es eine andere Rubrik auf Mònicas Seite und Mònica kann das auch viel besser! Doch ich kann guten Gewissens und voller Überzeugung sagen, dass wir seit seiner Ankunft rein gar nichts von seiner Leishmaniose bemerkt haben! Er sieht toll aus und sein Körper wird dank Alopurinol und Diätfutter bestens mit dieser Erkrankung fertig! Ohne übertreiben zu wollen, kann ich behaupten, dass er sogar über ein stärkeres Immunsystem verfügt als meine beiden Mädels, die eher mal erkältet sind als er. Nun habe ich auch einen Tierarzt an meiner Seite, der Leishmaniose-erkrankten Hunden gegenüber keine Vorurteile hat! Da hört man ja leider die dollsten Geschichten. Man sollte schon darauf achten, einen Tierarzt zu finden, der diese Tiere nicht gleich als "verseucht" abtut oder gar einschläfern lassen will. Doch diese Mittelmeerkrankheiten werden ja auch immer bekannter und immer mehr Tierärzte wissen, wie sie damit umzugehen haben! Jedenfalls sind wir mit unserem Blastor sehr sehr glücklich! Eine Alopurinol-Tablette täglich und wir haben den gesündesten und tollsten Hund auf der ganzen Welt! Ich möchte euch nicht "überreden", einen kranken Hund aufzunehmen, aber ich möchte an euch appellieren, dass ihr einen Hund, in den ihr euch verlieben könntet, nicht geradeheraus ablehnt, nur weil er Leishmaniose hat! Bitte erkundigt euch doch erstmal bei dem Tierarzt eures Vertrauens und lest euch die zahlreichen Informationen durch, die im Internet über diese Krankheit angeboten werden. Diese Alopurinol-Tabletten sind nicht einmal besonders teuer: Eine große 100er Packung Alopurinol 300 kostet z.B. bei Ratiopharm etwa 15 EUR und damit kommen wir über 3 Monate lang aus! Es macht mich sehr traurig, zu sehen, wie viele Tiere zu viele Jahre lang im Tierheim bleiben müssen, nur weil sie irgendwann mal von dieser blöden Schmetterlingsmücke gestochen wurden. Wenn ihr euch in einen solchen Hund verliebt habt, gebt ihm eine Chance! Er wird euch so unendlich viel Dankbarkeit entgegen bringen und euch so viele glückliche Momente schenken, dass die Krankheit schon bald zur Nebensache wird!
|