Milo - RESERVIERT
Rüde, 29cm, 12 Jahre
...und die Frau sagte am Telefon: "Wir wollen den Hund nicht mehr
haben, weil er uns beißt und er macht Kot und pinkelt in die Wohnung. Wir haben ihn mit der Milchflasche als Baby gefüttert, aber jetzt wollen wir
ihn nicht mehr und wollen ihn auch nicht auf der Straße lassen." Und sie sagte es, als ob alles so normal wäre. Im Hintergrund konnte
man die Stimme eines bösen Mannes hören: "Wir wollen den Hund nicht
mehr!" Als ob der arme Milo ein Paar alter Schuhe wäre. Natürlich haben wir Milo genommen und die Leute haben uns nicht
unterstützt. Sie haben einen verhungerten Milo bei uns gelassen: Haut und
Knochen ist er noch. Aber er macht tolle Fortschritte und seine
Bluttests sind alle in Ordnung. Wir versuchen ihn ein bisschen zu
verwöhnen und es geht ihm besser. Wir vermuten, Milo wurde oft
geschlagen, er hat oft Angst vor Menschen... Es tut uns wirklich leid,
sowas zu denken, aber die Art, wie er sich benimmt, lässt uns glauben, dass er ausgenutzt wurde.
Trotzdem kann er noch das Leben genießen, er hat Energie,
frisst gerne und mag es, spazierenzugehen. Mit seinen Hundekollegen
versteht er sich prima und ist total problemlos. Er lässt sich noch
nicht streicheln, nur Noemi kann ihn in den Arm nehmen und ihn
streicheln. Wir glauben, mit Zeit, Liebe und Geduld, wird er normal.
Januar 2008: Milo fühlt sich besser bei uns, er hat Gewicht zugenommen und er
versteht sich prima mit seinen Hundekollegen. Bei uns ist Milo manchmal
ein Schatz, der sich gerne streicheln lässt. Aber manchmal, wenn wir mit
ihm schmusen möchten, hat er noch Angst und er könnte schnappen. Wir
behandeln Milo gerade wegen einer Harnentzündung und bald wird er
kastriert, weil er einen Hoden im Bauch hat. Milo ist eine ganz arme Seele,
wir suchen für ihn hundeerfahrene Menschen, die ihm ein paar schöne Jahre
schenken möchten.
Milo wurde kastriert und mundgereinigt und es geht ihm sehr gut.
Juli 2008: Milo ist viel viel ruhiger geworden - er resigniert über seine Lage im Rudel und im Tierheim. Wenn man ihm etwas Leckeres anbietet, frisst er es so gerne und froh, das macht mich so happy, wenn ich es sehe. In all diesen Monaten (ca. 8-9 Monate) sehen wir eine positive Entwicklung und ich denke und fühle, er kann noch eine bessere Zukunft bekommen... wenn er Glück hat.
Milo ist kein einfacher kleiner Opa, aber er hat sich verändert und es ist viel besser als am Anfang:
Anfangs ließ er sich kaum anfassen, war eifersüchtig, wenn wir mit anderen Hunden spielten oder schmusten, und hat uns mit ganz bösen Augen angeschaut. Darum blieb er im Büro.
Aber auch das ging leider nicht gut, denn er hat uns in die Beine gebissen, wenn wir aus dem Raum gingen. Es war echt unangenehm, auch wenn er uns nie verletzt hat.
Also brachten wir ihn auf's Dach. Dort fühlte er sich miserabel, so alleine (mit 2 anderen Hunden, aber ohne Menschen) wollte er nicht sein. Nach zwei bis drei Wochen mussten wir ihn wieder ins Tierheim holen.
Diesmal - wie durch ein Wunder - hat es super geklappt! Als ob er alles verstanden hätte, hat er uns nie wieder in die Beine gebissen. Und auch wenn er ein bisschen eifersüchtig ist, wenn wir mit den anderen reden oder spielen, kann er es ertragen. Wir können ihn in die Arme nehmen: Er knurrt manchmal, aber wenn man zärtlich mit ihm umgeht, klappt es prima. Er ist im großen Rudel der kleinen Hunde - das ist im Haus des Tierheims - und es klappt.
Ich denke, Milo könnte als Einzelhund vermittelt werden, aber auch als Zweithund zu einer ruhigen Hundedame oder einem netten kleinen Rüden. Eine Umgebung ohne kleine Kinder, die ihn stören könnten, wäre geeignet... oder mit größeren, hundeerfahrenen Kindern, die Verständnis haben. Milo ist kein Anfängerhund und sucht Menschen, die ihm helfen wollen, damit er sein Leben nicht bei uns beenden muss.
Ich weiß, er ist nicht so einfach. Aber ich denke, es ist möglich. Er hat es verdient und darum muss es einfach möglich sein!
Fotogalerie
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